Auszug aus dem Nepal Tagebuch

Pokhara ist in Sicht
Wow nach 8-stuendiger Busfhahrt von Kathmandu nach Pokhara angekommen. Ich, wo nach 10 Minuten Busfahrt mich uebergeben muss, wie nach jedem Personalessen wenns nach Hause geht oder auf der tollen 10 Personen �Kreuzfahrt� auf den Galapagaos, ein Traum von vielen und ich mich 7 Tage am wohlsten fuehlte in horizontaler Lage auf der Britsche.
Zurueck zu Pokhara. Kaum da, noch nicht ausgestiegen hoere ich doch bereits wie ein Typ kreischend meinen Namen ruft. Nyima, Tibeter und mein Kumpel fragte mich warum ich bereits Leute hier kenne. Ne du, das tue ich nicht, aber als ich in Kathmandu eingestiegen bin hatte ich mich mit einem Hotelbesitzer unterhalten und dieser muss es dann weiter gegeben haben.
Ok, Ist ja ne gute Kombination, so hab ich doch in windeseile ein Hotel gefunden. Seaside und billig. Grandios. Nyma begleitet mich, schauen das Zimmer an, ok nehm ich und schleuderte meinen Schweizer Militaersrucksack aufs Bett. Tja und Nyima wirft seine Tasche auf das andere Bett. Aehm, hust und noch ein groesserer huster. Was wird jetzt das? Es wird nicht darueber gesprochen, ist so ueblich, er schlaeft im gleichen Zimmer. Persoenliche Bewachung. Gut, die Regeln habe ich durchgegeben der Zaun ums Bett gestellt und ab geht�s mit meinem Laptop in ein nettes Gartenbeizli.

Kann frau Pokhara zu Fuss erkunden
Gespickt mit Landkarte, frau war ja mal in der Jungschar sowie im Blauring, ging es los, zu Fuss auf die hoechste Gegend wo der aelteste Tempel von Nepal steht. Aha, sehr interessant, weil ich nicht beachtete, dass es doch einige Hoehenmeter sind. Egal, laufen tut gut. So lief ich 2 Stunden langsam gemaechlich hoch. Es war streng, nicht das laufen eher das sich Unterhalten mit den Leuten am Strassenrand. Welch Glueck, hab ich mich doch nicht sehr gut auf das Land vorbereitet, denn ein jeder liebt es darueber zu berichten. Mindestens hundermal hoere ich die Geschichte mit Ganesh dem Elefantengott, warum die Maenner Krishna verehren und dass taeglich Opfergaben gebracht werden sollten.

Kein Schamgefuehl
Da sitze ich nun, schaue dem Treiben der Einheimischen zu. Warum die Motorradfahrer ihren Helm dauernd auf dem Kopf lassen versteh ich noch nicht. Was ist dabei und warum lieben sie diese Kopfbedeckung? Bei uns ist ein jeder froh ihn sofort abziehen zu koennen, die Frisur wird geprueft oder ein Tuch wird umgebunden. Nein, nicht hier. Der Toeff wird geparkt, Person verlaesst das Motorrad, geht in den Supermarkt, mit Helm und gechlossenem Visier versteht sich. Keine Spur von Scham. Stelle dies bitte vor. So kleine feine Leute mit Ihrem Kugelkopf, ich erinnere mich an ….Helmi….ist da. Zur Bemerkung, nicht nur Mann sondern auch Frau zieht das Teil nicht ab.
Ich frage nach, erkundige mich. Aha irgendwie ist dies ein Stolz, wer ein Helm traegt, besitzt ein Motorrad, was wiederum heisst einen Luxusg�ter zu besitzen. Fast schon ein Heiligtum ist es, das Bike, denn kaum beginnt es zu regnen wird das Zweirad sofort� untergestellt. Hier…in dieser (fuer uns) dreckigen Gegend. Dann wird mit dreckigem Lappen getrocknet und gewartet bis der Regen vorrueber ist.

Auch was das Kleider waschen betrifft, hier wird mehr gewaschen als bei uns. Fuer mich doch kein Problem mal einige Tage nicht zu waschen. Bin ja im Ausland und sauber wie bei uns ist ja sowieso nichts. Ok, mein Begleiter Nyima, wollte unbedingt meine getragenen Sachen von Heute waschen, ich fragte warum, er meinte das es dreckig sei. Also lies ich ihn waschen, mit dem dreckigen Wasser das sie haben, egal Hauptsache es ist gewaschen, denn meine weissen Shorts waren danach nicht mehr weiss sondern gelb, aber nicht gleichmaessig, logischerweise, sondern so eine Art Bathik. Aber es ist sauber. Ich habe mich bedankt und zeigte ein liebes laecheln, denn es war ja wirklich mehr als lieb von ihm und weiss es auch zu schaetzen. Obwohl dies meine lieblings Hosen waren.

Vieles ist doch anders
Taeglich gibt es solch kleine liebe Momente, wo ich noch nicht alles rausgefunden habe warum dies und das gemacht wird. Auch wird sehr viel nur gesessen. Gessessen und nochmals gesessen. Ich immer der Meinung, man muesse was tun oder machen, komisches Gefehl fuer mich, nicht nachvollziehbar. Die koennen stundenlang nur da sitzen, einfach nichts tun. Nicht mal lesen, nein, dafuer man staune, wird grossartig �ber die Olympischen Spiele diskutiert.� Wieder komisch fuer mich, denn wir sitzen in einer laendlichen Gegend, wenn, dann kommt mal ein Handwagen durch.
Ein Raum wo alle zusammen wohnen, eine Kueche die zum Restaurant gehoert, ist aber in der Gruesse eines Badezimmers. Kaum Strom und die erzaehlen von der Olympiade.
Ich frage nach; warum wisst ihr dies alles. TV TV TV war die rasche Antwort, dort treffen sie sich am Abend um alles genau zu verfolgen. Natuerlich aber auch aus der Tageszeitung, die wird naemlich als selbstverstaendlich gelesen und zwar die englische Kathmandu Times und nicht die Nepalische. Aha, daher auch das gute englisch das hier so viele koennen.

TV aber sonst nichts
Momentan sitze ich gerade auf dem sehr harten Bett von Nyima. Das ist die einzige Moeglichkeit in seinem Haus zu sitzen. Denn es gibt nur einen Raum von 20m2 wo der ganze Haushalt ist. Vom K�hlschrank zum Fernseher und eben zur Schlafm�glichkeit, dem Bett. Ich liebe harte Betten, die meisten hier sind sonst viel zu weich. Das Bett ist ganz schmal und kurz, angepasst an die Groesse der Menschen hier. Der Fernseher ist an, er freut sich wieder mal schauen zu koennen. Gerade laeuft der Tischtennis-Match zwischen Japan und Schweden. Wir helfen Schweden, leider dem Falschen, er verlor. Nyima kennt sich gut in der Weltgeschichte aus, vor allem auch in Europa. Sogar den FC Basel kennt er, er hat es im Fernsehen mitverfolgt wie sie den Schweizer Meistertitel holten. So klein kann wieder mal die Welt sein.

Er ist (wie auch die anderen hier) sehr, sehr aufmerksam, vor ein paar Minuten ging er mir extra ein eiskaltes Bier besorgen. Nun schenkte er ein, in ein kleines liebes Huempchen, und nun wieder das witzige, es wird immer bis zwei Milimeter oben vom Rand gefaellt. Keine Ahnung warum, auch im Restaurant, da wird immer voll gefuellt, so dass dann logischerweise immer einen Schluck beim abstellen ueberschwappt.

In dieser Badezimmer-Kueche durfte ich dafuer lernen wie die Momos richtig hergestellt und zubereitet werden. Aha, nicht schwierig aber um schnell zu sein benoetigt es doch ein geschicktes schnelles Haendchen. Von Hygiene Vorschriften reden wir nun mal lieber nicht, ich gewoehne mich auch an das. Bis jetzt gehts mir gut und hatte noch keinerlei Bedenken. So werde ich weiterhin auf mein Gefuehl achten, dann sollte ich schon durchkommen. Mal kucken wie lange das nach meiner Weisheit so geht.

Der erste Ausgang
Freitag, Weekend und eine Art Pub Disco Party war angesagt. Wow, endlich wieder einmal tanzen. Kaum drin st�rzten wir uns gleich mal auf die Tanzflaeche. Natuerlich war ich die einzige Touristin, ach nein, da waren noch zwei, von Holland, man sah es Ihnen auch an.
Meine weisse Bathik Hose wuerde gerade passen, Dreads und blonde Haare, dazu war ich ploetzlich nicht mehr die Groesste. Sie �berragten mich naemlich. Der Typ fand die Musik dann doch nicht so toll, es lief ja auch kein Reggae sondern Hip Hop, cool mein Style obwohl ich auch schon ueber dreissig bin.
Was solls, fun ist angesagt. So ging es auch nicht lange und ich fand in einem Typen einen grandiosen Tanzpartner, also nicht so Tanzpartner a la Standarddance, nein richtig voll trendy. Auffaellig waren wir schon ein wenig, spielt keine Rolle, es macht Spass. So richtig im Schuss waren wir, als aus heiterem Himmel die Musik stoppte. Komisch, was jetzt?? Nicht ein Unterbruch von ein paar Sekunden. Nein das Licht ging an. Ich schaute auf die Uhr, 23.00 Uhr. Fertig?? Ne, das kann nicht sein, wir sind ja erst gekommen. Ja, logo, wird mir mitgeteilt. Was logo…es ist elf. Wenn ich zu Hause um elf rausgehe bin ich eher bei den ersten und hier ist Feierabend? Tja da spuere ich� doch wieder die andere Kultur. Zu gefaehrlich, teilte die Polizei mir mit. Krawalle koennten entstehen. Aha, ja klar Krawalle koennen doch immer entstehen, also ist die Loesung am besten doch gar nicht oeffnen.
Ich kann es nicht verstehen, so ein gem�tlicher, netter, lieber Haufen, kann ploetzlich anders sein? Sie werden es wohl besser wissen als ich, und Interesse daran es selbst zu erfahren habe ich dann doch nicht. Also war ich bereits wieder um halb 12 im Bett.

Tagsueber auf der Gasse
Beim naechsten Geschaeft gibt es diverse Schluesselanhaenger zu kaufen, die sind der Hit hier, irgendwie gehen die weg wie warme Semmeln, wieder mal keine Ahnung warum. Er entschied sich fuer Twiggy (dem gelben Voegelchen von Sylvester) und einer ganz kleinen Waage. So ein Stuebchen mit einem Hacken dran. Aha, ein witziges Spielzeug, aber mehr nicht oder?? Oder doch?? Denn kaum ein Weilchen spaeter kaufte er Paradies�pfel oder Adamsaepfel oder wie die auch immer noch heissen. So konnte er das Kilo mit seiner Waage kontrollieren, denn die Verkaeuferin hatte doch tatsaechlich ein gefaelschtes gleiches Ding, so gabs nach genauer Kontrolle dann doch einen Apfel mehr. Ich lerne wieder.
A propos lernen, da muss Tourist auch so teuflisch drauf sein mit den Bettlern,. Was ich gerade miterlebe. Der Franzose meinte zum Jungen, nein Geld gebe ich dir keins, sag mir was du benoetigst und ich werde es in diesem Laden kaufen gehen. Ok, gut �berlegt. Der Junge brauchte dringendst Milch, der Mann kaufte die Milch und �bergab dem Jungen die 3 Liter. Der Junge riesenfreude und ging. Der Mann happy und ging auch. 2 Minuten spaeter tauchte der Junge wieder auf, ging in den Laden und tauschte die Milch gegen Geld um. Denn Milch wird geschlossen im Tetra Pack verkauft, sodass das Geschaeft sie zur�ck nimmt, lever clever.

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